NATIONALE KONFERENZ FÜR PALLIATIVVERSORGUNG – Alba Iulia, 26-28 Oktober 2017

“JEDER TAG IM LEBEN ZÄHLT!” – DAS KONZEPT DER ZEIT IN DER PALLIATIVVERSORGUNG
(Kurzfassung)

Die Zeit ist unauflösbar mit dem Leben verbunden. Die Zeit ist der Raum für Beziehungen. Die Zeit ist eine Bedingung fürs Leben. Wir leben immer mehr mit einem Gefühl der Dringlichkeit in Zeiten in denen wir scheinbar keine Zeit haben. Fast immer in Bewegung, den Blick auf die Uhr gerichtet und in Zeitmangel, vergessen wir den Rat unserer Ahnen, “die Zeit zu verbringen”. D.h. nicht nur durch die Zeit zu gehen, sondern sie auf persönlicher Weise zu fühlen, über sie nachzudenken.

Danach kommt die “Wenn”-Liste. Wenn wir Zeit hätten zu erkennen, dass es nicht gut ist keine Zeit zu haben. Wenn wir wüssten, dass die subjektive Zeit diejenige ist die zählt. Wenn wir uns selbt ermahnen würden, wie wenig man braucht um die Zeiten und die Zeit die sie beinhalten wirklich zu durchzuleben. Trotzem leben wir oft ausserhalb des Lebens. Und eines Tages stellen wir fest, dass “die Zeit keine Geduld mehr hat.”

Einen Patienten auf dem Weg der Diagnose einer Krankheit im Endstadium zu begleiten, ist ein schwieriges Unterfahren. Es verknüpft Akzeptanz mit Ablehnung, Kampf mit Aufgeben, Leben mit Tod. Wie verbringt ein Patient der erfährt, dass er Krebs hat, die verbleibende Zeit? Und dann wenn man ihm eine eingeschränkte Lebenserwartung mitteilt? Welches ist das Verhältnis zwischen subjektiver und objetiver Zeit? Wie treffen die Zeit des Patienten mit der Zeit der Familie aufeinander? Wieviel Zeit braucht das Palliativ-Team um das Leiden des Patienten in Griff zu bekommen? Kann eine eingeschränkte Zeit, welche zum Schweigen gezwungen wurde, sich in die Länge ziehen? Wie erlebt man die Zeit in der Nähe des Todes? Wie erlebt man die Zeit des Todes im Beisein des Lebens? Was ist der Rhythmus dieser Zeit? Wann bleibt sie stehen? Wann hört sie auf? Wie kann man weiter gehen?

Ziel des Workshops ist es besser zwischen den verschieden Dimensionen der Zeit in der Palliativversorgung zu unterscheiden und die Auswirkungen, welche eine Prognose mit einer eingeschränkten Lebenserwartung auf den Patienten, dessen Familie und Palliativversorgungsteam hat, hervorzuheben. Mithilfe von Fallstudien zeigen wir wie wichtig Kommunikation und emotionale Unterstützung sind, wenn der Patient von seiner Krankheit erfährt, seine Diagnose akzeptiert und seinem Leben einen neuen Sinn gibt. Man bemerkt eine Kraft in der Art und Weise in welcher der Patient seine Krankheit miteinbezieht und wie es zur emotionalen Dekompensation kommen kann, wenn sich der in der ärztlichen Prognose mitgeteilte Zeitpunkt des Endstadiums nähert. Wir werden auch den Druck der Zeitnot erklären, welchen diejenigen die in der Palliativversorgung arbeiten, fühlen.

All dies führt zu einem verbesserten Verständnis dessen, was ein Patient erlebt, um die Zeit, die er noch ein hat, in eine gute, volle und heilende Zeit zu verwandeln.

Dr. Dana Nagy – Oncohelp Verein Temeswar, Psych. Manuela Furdi – Hospice Temeswar